Rosenstadt Sangerhausen

Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V.

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Lokales aus Mitteldeutsche Zeitung vom 12.09.2011

Reise in die Vergangenheit
Die "Nacht der Denkmale" ließ Sangerhäuser Stifter lebendig werden.
VON STEFFI ROHLAND, SANGERHAUSEN/MZ

Für die 10. "Nacht der Denkmale" hatten sich die Organisatoren, die Evangelische Kirchengemeinde Sankt Jacobi Sangerhausen, der Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung und der Kulturverein "Armer Kasten" etwas Besonderes ausgedacht. Schwerpunkt waren diesmal die Stiftungen der Stadt.
Die Menschen, die die Stiftungen gegründet hatten, wurden zum Erstaunen der zahlreichen Besucher schon in der Jacobikirche lebendig. Heinz Günter Weinreich spielte in einem kleinen Theaterstück zum Beispiel den Kammer- Kommissionsrat Caspar Jacob Mogk.

Pia-Berit Zeumer war dessen Frau Maria Elisabeth, und Ernst Albrecht Henke stellte Johann Heinrich Mogk dar. Nach den musikalischen Grüßen durch Julia Jira (Orgel) und Richard Jira (Klarinette) gingen die rund 80 Nachtschwärmer mit dem Hintergrundwissen des Stückes auf Zeitreise zum Stift Sankt Spiritus an der Scharfen Ecke. Die sanierten Gebäude werden noch heute zum betreuten Wohnen sowie für diakonische und kirchliche Aufgaben genutzt. Dagegen ist das Stiftsgebäude Sankt Julian leider seit Jahren unbewohnt.

Im Bild: über 80 Interessierte kamen zur 10. Nacht der Denkmale. Erstes Ziel war das Stiftsgebäude von Sankt Spiritus.Im Bild: über 80 Interessierte kamen zur 10. Nacht der Denkmale. Erstes Ziel war das Stiftsgebäude von Sankt Spiritus.

Im Dämmerlicht des lauen Spätsommerabends präsentierte es sich schon sichtlich dem Verfall preisgegeben. Helmut Loth, Vorsitzender des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung, sowie der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Eisleben, Gottfried Appel, in dieser Funktion auch früherer Stiftsinspektor, appellierte an die Besucher, dieses historische Gebäude zu erhalten. "Gefragt sind umsetzbare Ideen", sagte Appel.

Auch Helmut Loth nutzte die Gelegenheit, eine Lanze für die Denkmalpflege zu brechen, die besonders im Handwerksbereich Arbeitsplätze erhält. "Nehmen Sie sich der noch verbliebenen historischen Bausubstanz an", sagte er mit Blick auf das Gebäude, das im Jahr 1709 erbaut worden war, aber dessen erste urkundliche Nennung 1386 erfolgte. Prägender Bestandteil des östlichen Giebels war einst das große Kruzifix, das bereits Ende der achtziger Jahre abgenommen und restauriert worden war. Es hängt heute in der Jacobikirche.
Die Busfahrt ging dann weiter in Richtung Waisenhausstiftung, die 1745 von besagter Familie Mogk gegründet worden ist.

Das im Bereich der Walkmühle stehende Gebäude wird derzeit vom Albert- Schweitzer-Familienwerk genutzt. Da auch dieses Haus in vollem Betrieb ist, erfolgte nur eine Besichtigung von außen. Endstation der zehnten "Nacht der Denkmale" war die Marienkirche, wo der heutige Kulturverein "Armer Kasten" an die Stiftung "Armenkasten" erinnerte, dem die Marienkirche nach der Einführung der Reformation angehörte. Dort erwartete das Publikum nicht nur ein kulinarischer und musikalischer Abschluss des Abends mit Dinner, Jazz and Blues, sondern noch ein weiterer Höhepunkt: Nach einem Rundgang um die Kirche mit Stadtführer Gerald Warz wurden die Besucher von der Theatergruppe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Empfang genommen.

Im Bild: die Theatergruppe des Gymnasiums erinnerte an Stiftsinspektor Seiler.Im Bild: die Theatergruppe des Gymnasiums erinnerte an Stiftsinspektor Seiler.

Sie erinnerten in einem spannenden, wahren Kriminalfall um den Bürgermeister der Stadt und Stiftsinspektor, Jonas Seiler, an die Stiftung "Armenkasten". "Es war ein ganz toller Abend", sagte Dorothea von Bilzingslöwen, die auf diese Art sogar ein Versprechen einlösen konnte. "Als Kind habe ich auf der Krankenstation der Waisenhausstiftung gelegen", sagte sie. "Da war ein ganz netter Hausmeister. Dem habe ich damals versprochen, wiederzukommen. Das habe ich heute getan."

Die 10. Nacht der Denkmale fand traditionell vor dem bundesweiten Tag des Denkmals statt. Die Veranstaltung, die vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt wurde, war diesmal thematisch den Stiftungen gewidmet.

Der Geschichtsverein von Sangerhausen und Umgebung gehört zu den Initiatoren der Nacht der Denkmale. Der Verein mit etwa 115 Mitgliedern feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

Beim diesjährigen Kobermännchenfest wurde er in der Kategorie Kultur zum "Verein des Jahres" gekürt.  ^ 

 

 

10. Sangerhäuser Nacht der Denkmale am 10. September, 18:00 Uhr in der Jacobikirche

Im Bild: Ausschnitt des Flyers - Nacht der DenkmaleIm Bild: Ausschnitt des Flyers "Nacht der Denkmale" 2011

18.00 Uhr Jacobikirche
Eröffnung · Musik · Theaterstück
18.45 Uhr Stift St. Spiritus
Erläuterungen · Besichtigung
19.40 Uhr Stift St. Julian
Historische Erläuterungen
20.20 Uhr Waisenhausstiftung
Erläuterungen · Besichtigung
21.10 Uhr Marienkirche
Theaterstück · Erläuterungen · Musik

Bewirtung, Eintritt für alle Veranstaltungen - 5 EUR, Zwischen den Stationen St. Spiritus - St. Julian - Waisenhausstiftung - Marienkirche werden Busse eingesetzt.

Einen Flyer gibt es hier externlinkzum herunterladen, die pdf Datei ist 3,60 MB groß (lesbar mit Foxitreader).  ^ 

 

 

Spendenaufruf für die Instandsetzung des Kobermännchens im Neuen Schloss in Sangerhausen

ACHTUNG: DIE AKTION KONNTE ERFOLGREICH BEENDET WERDEN.
Für weiteres bitte hier klicken externlink

Südlich gegenüber dem Rathaus steht der Renaissancebau des Neuen
Schlosses. Der östliche Teil der Schlossanlage, in der sich heute das
Amtsgericht befindet, wurde von 1616 bis 1622 errichtet. Der westliche Flügel
stammt von 1586. Er blieb erhalten und wurde in die Schloßanlage einbezogen.

Im Bild: Kobermännchen im Neuen Schloss in SangerhausenIm Bild: Kobermännchen; Foto: Helmut Loth

Hier steht im Treppenhaus die Sandsteinfigur des "Kobermännchens" in einer
Größe von etwa 1 m Höhe. Die männliche Figur trägt die typische Kleidung des
16. Jahrhunderts mit gerafftem Wams und Halskrause. Es handelt sich um einen Korbträger (Kober = Korb). Am linken Arm trägt das Männchen diesen Kober, in dem er das Geld für den Bau des Schlosses herbeigeschafft haben
soll, wohl als Hinweis auf die Einnahmen aus dem Bergbau. Seit 1997 wird in Sangerhausen jeweils immer am ersten Septemberwochenende das Altstadtfest, auch "Kobermännchenfest" genannt, gefeiert.

Die seit Jahren leider mit Ölfarbe überstrichene Figur, eines der Wahrzeichen
der Stadt Sangerhausen, befindet sich in einem beklagenswerten Zustand und
muss dringend restauriert werden.

Der Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. und das
Amtsgericht Sangerhausen rufen die Sangerhäuser und weitere Interessierte
dazu auf, für die Instandsetzung des Kobermännchens zu spenden, um den
Namensgeber unseres Altstadtfestes wieder in einen würdigen Zustand zu
versetzten. Es werden ca. 9.000,00 Euro benötigt.

Spendenquittungen können natürlich ausgestellt werden.

Spendenkonten:

Sparkasse Mansfeld-Südharz
Kontonummer: 34 019 2003
Bankleitzahl: 800 55 008

Volksbank Sangerhausen
Kontonummer: 937 49 000 06
Bankleitzahl: 800 635 58

gez. Helmut Loth
Vereinsvorsitzender


Eine Initiative des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung
e.V. mit Unterstützung des Landesbetriebes Bau, Niederlassung Halle und des
Amtsgerichts Sangerhausen.
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Sangerhäuser Verein ist stolz auf seine Erfolgsgeschichte und feiert sein 20-jähriges Bestehen.

Veröffentlichungen über die Bürgermeister und die industrielle Entwicklung geplant.

Im Bild: Julia Jira und Richard Jira, musikalische Begleitung zu 20 Jahre Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V.von Heinz Noak (MZ)im Bild: Julia Jira, Richard Jira

Der Geschichtsverein für Sangerhausen und Umgebung hat jetzt (19.02.2011) sein 20- jähriges Bestehen gefeiert.
Dazu kamen zahlreiche Mitglieder und Vertreter befreundeter Vereine aus der Region in den Saal des Evangelischen Gemeindehauses nach Sangerhausen.

"Hier, an dieser Stelle, erfolgte am 19. Januar 1991 die Vereinsgründung", erinnerte Helmut Loth. Damals kamen 39 interessierte Personen aus dem Altkreis Sangerhausen zusammen. "Federführend war der inzwischen verstorbene Zahnarzt Dr. Karl-Heinz Dechow", erinnerten sich Irene Straubel und Hildrun Hauthal. Beide waren von Anfang an begeistert dabei.

Frau Hauthal führten die historischen Sammlungen ihres verstorbenen Mannes, des Sangerhäuser Bürgermeisters Wolfgang Hauthal, zum Verein. "Ich wollte seine Arbeit fortsetzen", sagte sie. "Den Verein möchte ich nicht missen."

Frau Straubel, 1991 Direktorin des Spengler-Museums, hielt zur Gründungsversammlung einen Vortrag. "Wir waren immer engagiert, wenn es um Heimatgeschichte ging", sagte sie. Auch Christa Schulze, Ilse Schneider, Friedrun Rohkohl, Karin Thom und Wolfgang Steffen gehörten zu den Gründungsmitgliedern und sind noch heute aktiv. "Ich habe immer gern fotografiert", sagte Wolfgang Steffen. "Für mehr hatte ich als Buchhändler keine Zeit."

Karin Thom wurde damals durch die inzwischen verstorbene Leiterin des Stadtarchivs, Ingrid Hopfstock, "angesteckt". "Zur Gründungsversammlung haben wir nebeneinander gesessen. Die Vereinsarbeit war mich als Kunsthistorikerin ein völlig neues Betätigungsfeld", sagte sie.
Die Laudatio hielt Manfred Köppe vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt, der Sangerhäuser Verein gehört seit 1997 dazu. "Der 1858 gegründete Naturwissenschaftliche und der 1873 ins Leben gerufene Geschichtsverein haben damals nicht so lange mit der Mitgliedschaft gewartet", sagte Köppe und überreichte dem Vorsitzenden, Helmut Loth, eine Grafik. "Ich freue mich sehr über ihren aktiven Verein. Immer, wenn ich in Sangerhausen bin und durch die Straßen gehe, spüre ich die gute Atmosphäre. Sie tragen mit ihrer Vereinsarbeit wesentlich zur Bekanntheit und Beliebtheit dieser Stadt bei."

Seit 1991 hat der Verein 15 Jahr-gänge seiner Mitteilungshefte herausgegeben. Sie enthalten viele Beiträge zur Geschichte der Region aus älterer und jüngerer Zeit. Zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt liegen ebenfalls zwei Bücher vor. Nicht öffentlich zu beziehen sind die Vereinschronik, die schon mehrere Ordner füllt, und die umfangreiche Foto-Chronik. Walter Strauch und die "Mutter des Vereins", Christa Schulze, freuen sie über jeden neuen Beitrag. Für sie beide und sechs weitere Mitglieder gab es eine Rose als Dankeschön vom Vorstand.

Mit den Veranstaltungen zum jährlichen Tag des offenen Denkmals, der Ausbildung von Stadtführern, der Teilnahme an Stadtfesten und der "Nacht der offenen Denkmale" bereichert der Geschichtsverein das Kulturbild der Stadt. "Ein Höhepunkt war der Wiederaufbau des historischen Erkers am Neuen Schloss. Das haben wir angestoßen und viel Geld gesammelt", so Loth, seit 1991 Vorsitzender des Vereins.

Im Bild: Der Geschichtsverein engagierte sich für den Neuaufbau des Erkers.

Er kündigte bereits an, dass die Reihe der Industriegeschichte um den nächsten Band erweitert wurde und neue Mitteilungshefte erscheinen. Auch den Sangerhäuser Stadtoberhäuptern werde sich eine Veröffentlichung widmen. "Darin sind nicht nur die Namen aufgeführt. Auch ihre Leistungen werden dokumentiert und Einblicke die Zeitgeschichte gegeben", so Loth. Ebenso aufwändig wird auch der "Historische Spaziergang um die Stadt Sangerhausen" sein.
Für 2013 ist ein Kolloquium zum Thema "300 Jahre Schlosskapelle Sankt Trinitatis geplant. Dafür lieferte der Historiker Joachim Säckl aus Naumburg schon einen kleinen Vorgeschmack.   ^