Rosenstadt Sangerhausen

Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V.

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Lokales aus Mitteldeutsche Zeitung vom 13.09.2010

Alte Kirche im neuen Licht
VON STEFFI ROHLAND

sangerhausen/mz - Es gab viele Gründe zum Feiern am Samstag in der Ulrichkirche: die Weihe der Orgel und den Abschluss der jahrelangen Sanierungsarbeiten im und am Gotteshaus. Deshalb hatte die Kirchengemeinde im Rahmen der 9. Nacht der Sangerhäuser Denkmale eingeladen. Organisatoren der Veranstaltung mit Festgottesdienst, Konzert des Mädchenchores vom Landesgymnasium für Musik aus Wernigerode und Orgelkonzert mit Lichtchoreografie waren die Kirchengemeinde, der Kulturverein Armer Kasten und der Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung.

an der Strobel-Orgel Martina Pohlan der Strobel-Orgel Martina Pohl; Foto: Marco Loth

Die Bilder von Notreparaturen, Mauerrissen, abblätterndem Putz, kaputten Bleiglasfenstern und Dachflächen, eine stumme Orgel, das alles scheint ewig lange her zu sein. Wer will, kann in der Festschrift sämtliche 15 Bauphasen und die dazugehörigen Kosten detailliert nachlesen. Insgesamt sind 19 Jahre vergangen und über 1,7 Millionen Euro in das 900-jährige Gotteshaus investiert.
Das unermüdliche Engagement der Kirchengemeinde, allen voran des Gemeindekirchenrates, hat in dieser Zeit schier Unglaubliches geleistet. Denn bis die Handwerker arbeiten konnten, mussten Ideen geboren, Meinungen abgeglichen, Leute überzeugt oder manchmal einfach entschieden werden. Es brauchte einen langen Atem, um an Fördermittel zu kommen, Eigenanteile zu sammeln und um Spender zu werben.

Das schönste Geschenk, mit dem die Kirchengemeinde ihr Kirchbaufest feiern konnte, ist die wieder klingende Strobel-Orgel, die im Festgottesdienst mit Regionalbischof Probst Martin Herche geweiht wurde. Sie nach 16 Jahren wieder zum Klingen zu bringen, ist der Gemeinde zur größten Freude von Kirchenmusikerin Martina Pohl ebenso gelungen. Ihr Dank galt nicht nur Spendern, Förderern und dem Gemeindekirchenrat, ohne die der Tag der Orgelweihe der restaurierten Strobelorgel nicht möglich gewesen wäre, sondern auch der Firma W. Sauer Orgelbau aus Frankfurt / Oder.

Höhepunkt des Abends war das Orgelkonzert von Martina Pohl mit Lichtchoreografie von Matthias Faul Höhepunkt des Abends war das Orgelkonzert von Martina Pohl mit Lichtchoreografie von Matthias Faul. Foto: Marco Loth

Im abendlichen Konzert in der voll besetzten Kirche gab es zum hochkarätigen, vom Publikum einmütig gelobten Spiel der Kirchenmusikerin als Bonbon einen Bilder- und Farbenrausch im Chorraum und Schiff durch den Lichtkünstler Matthias Faul. Dass die Orgel überhaupt wieder erklingen kann, verdankt die Gemeinde zahlreichen Spendern, für die stellvertretend Prof. Dr. Jürgen Eigler nach dem Festgottesdienst ein Grußwort an die Gemeinde richtete.

Durch viele Aktionen, wie Benefizkonzerte, Fahrradtouren oder durch "verkaufte" Orgeltöne kam der benötigte Eigenanteil für die Orgelsanierung zusammen. Als besonders engagiert, Ideen umzusetzen, nannte der Gemeindekirchenratsvorsitzende Helmut Loth, Regina Kieling. Sie erinnerte sich: "Am Anfang wurde alles sehr kontrovers diskutiert. Wir konnten nicht nur reden, wir mussten Taten folgen lassen. Aber heute bin ich einfach nur glücklich."

Matthias Köhler vom Landesamt für Denkmalpflege sagte: "Dabei hat es die Kirche nicht nötig, im neuen Glanz zu erscheinen. Die 900 Jahre alte Kirche soll die Spuren der Ab- und Umnutzungen zeigen." Zwei Wünsche sind noch offen geblieben: die Begradigung des Fußbodens und eine Temperierung der Kirche, damit sie länger genutzt werden kann. Auch das geht die Kirchengemeinde mit viel Elan an. Dass ihr die Ideen nicht ausgegangen sind, zeigte das Kuchenbüfett mit einer von Gertrud Rumi und Regina Kieling gebackenen Strobelorgel.

Viele Besucher nutzten auch die Gelegenheit, eine der nicht mehr restaurierbaren Orgelpfeifen der Strobel-Orgel für eine Spende zu erwerben. Damit legten sie den Grundstock für Finanzierbarkeit weiterer Maßnahmen, die der Erhaltung des ältesten Bauwerkes der Stadt dienen.   ^ 

 


wiederaufgebauter Renaissanceerker an der Fassade des Neuen Schlosses (Amtsgericht)Ein lange gehegter Wunsch vieler Sangerhäuser ist in Erfüllung gegangen.

Der Renaissanceerker an der Fassade des Neuen Schlosses (Amtsgericht) konnte dank der Unterstützung vieler Spender, dem Engagement der Mitarbeiter des Amtsgerichts und der Mitglieder des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. sowie der Hilfe der Stadt Sangerhausen getreu dem historischen Vorbild wieder angebaut werden.

Die feierliche Einweihung des Erkers fand am Freitag, 30. April 2010, ab 15.30 Uhr statt.

Aus diesem Anlass führten die Mitarbeiter des Amtsgerichts einen Tag der offenen Tür durch. Weitere Höhepunkte erwarteten die Besucher.   ^ 

 

 

 

 



Begleitheft zur Sonderausstellung im Spengler-Museum im November 2009 erschienen

Begleitheft zur Sonderausstellung im Spengler-Museum

„... UND DIENSTAGS ZUR DEMO! DIE FRIEDLICHE REVOLUTION 1989 IN SANGERHAUSEN“ erschienen.

Das vom Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. und dem Spengler-Museum herausgegebene Begleitheft zeigt die Inhalte der Ausstellung. Damit wird erstmals dokumentiert, was damals in Sangerhausen geschah. Ergänzend zur Broschüre fanden Vorträge aus Anlass der Ausstellungseröffnung am 16.10.2009 statt.

Ziel der Ausstellung war es, die chronologische Abfolge der regionalen Ereignisse der friedlichen Revolution 1989 bis zu den Wahlen im Frühjahr 1990 in Sangerhausen nachzuzeichnen. Fotos, Zeitungsberichte und Dokumente vermitteln ein Bild dieser aufregenden Zeit des Umbruchs. Die Ausstellung kam zustande in Zusammenarbeit des Spengler-Museums mit dem Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. sowie Sangerhäuser Bürgern, die in dieser Zeit im Neuen Forum oder am Runden Tisch politisch aktiv waren.

Die Unterstützung vieler Mitwirkender machte es möglich, zum 20sten Jahrestag der friedlichen Revolution von 1989 die Ereignisse in Sangerhausen erstmalig zu erforschen, zu dokumentieren und zu präsentieren.

Das Begleitheft war für 5,00 Euro während der Ausstellung bis zum 10. Januar 2010 im Spengler-Museum und ist darüber hinaus auf Anfrage erhältlich...

Helmut Loth  ^